top of page

Entspanntes Venedig: Ist die Leica D-Lux 8 eine gute Reisekamera?

⚠️ Worum es geht: Hier bekommst Du einen ersten Eindruck von Venedig (Besonders als Kurzreiseziel für Fotofreunde) und die Leica D-Lux 8 als Reisekamera, Beispielfotos und mein Fazit zu dem Ganzen. Farina, Frank und ich hatten uns mit 6 weiteren Podcast-Hörern aufgemacht nach Venedig. Besonderer Umstand: Es war November. Unser PersonalGuide Frank hatte uns viel Nebel und Aqua Alta (winterliches Hochwasser in Venedig, so dass bspw. der Markusplatz komplett mit Wasser überzogen ist) angekündigt. Bekommen haben wir dann aber das hier:



📷 Nerdcontent vorab: Ein technisches Datenblatt der Leica D-Lux 8:

Allgemein

  • Kameratyp: Premium-Kompaktkamera

  • Markteinführung: 2024

  • Made in: Asien (Leica Design & Qualitätskontrolle)

Sensor & Bildverarbeitung

  • Sensor: 4/3" CMOS (MFT - Micro four thirds, wie Olympus, Panasonic etc. )

  • Auflösung: 17 Megapixel (effektiv)

  • Seitenverhältnisse: 4:3, 3:2, 1:1, 16:9

  • Bildprozessor: Leica Maestro IV

  • ISO-Bereich:

    • Foto: ISO 100–25.600

    • Video: ISO 100–12.800

Objektiv

  • Objektiv: Leica DC Vario-Summilux

  • Brennweite (KB): 24–75 mm

  • Lichtstärke: f/1.7–2.8

  • Optischer Bildstabilisator: Ja

  • Naheinstellgrenze: ca. 3 cm (Weitwinkel)

Autofokus & Belichtung

  • AF-System: Kontrast-AF mit DFD-Technologie

  • AF-Felder: bis zu 49

  • Gesichtserkennung: Ja

  • Belichtungsmessung: Mehrfeld, Mittenbetont, Spot

  • Belichtungskorrektur: ±5 EV

Verschluss & Serienbild

  • Verschlusszeiten:

    • Mechanisch: 60 s – 1/4.000 s

    • Elektronisch: bis 1/16.000 s

  • Serienbildgeschwindigkeit:

    • ca. 11 B/s (AF-S)

    • ca. 7 B/s (AF-C)

Sucher & Display

  • Sucher: Elektronisch (EVF), ca. 2,36 Mio. Bildpunkte

  • Display:

    • 3,0" TFT-LCD

    • ca. 1,84 Mio. Bildpunkte

    • Touchscreen

    • fest verbaut (nicht klapp- oder schwenkbar)

Dateiformate

  • Foto: DNG (RAW), JPEG

  • Video: MP4 (H.264/H.265 abhängig vom Modus)

Speicher & Anschlüsse

  • Speicherkarten: SD / SDHC / SDXC (UHS-I)

  • USB: USB-C (Laden & Daten)

  • HDMI: Micro-HDMI (Typ D)

  • Blitzanschluss: Zubehörschuh (Miniblitz mitgeliefert)

Konnektivität

  • WLAN: Ja (2,4 GHz)

  • Bluetooth: Ja

  • App: Leica FOTOS

Stromversorgung

  • Akku: Lithium-Ionen-Akku BP-DC15

  • Laden: via USB-C oder externes Ladegerät

Abmessungen & Gewicht

  • Maße (B × H × T): ca. 130 × 69 × 62 mm

  • Gewicht: ca. 397 g (inkl. Akku & Speicherkarte)

Besondere Merkmale

  • sehr wertiges und chices Gehäuse

  • stark reduziertes, Leica-typisches Bedienkonzept

  • echtes DNG ohne Einschränkungen

  • dedizierter Blendenring & Zeitenrad

  • L-Monochrom-Modus

  • nahtlose Integration in den Leica-Workflow

Warum gab es anfangs so viele Diskussionen um die Leica D-Lux 8:

Es hieß häufig, sie habe zu wenig Megapixel (meine erste Digitale hatte 4MP und ich habe tolle Drucke von ihren Fotos!), der Sensor sei zu alt (seit 2017 auf dem Markt) und sie sei zu langsam und zu teuer. Gekauft habe ich sie nicht, nachdem ich einen Test gelesen hatte, sondern weil man sie mir in die Hand gedrückt und ich mich gleich verliebt hatte. Die Fotos, die am Ende rauskamen, haben mich dann sicher sein lassen: Das wird mein Baby! :)



🌍 Und jetzt Venedig! Der Versuch die sinkende Stadt ebenfalls in einem technischen Datenblatt zusammenzufassen:

Allgemein

  • Objekttyp: Historische Stadt / Lebensraum / fotografische Dauerinspiration

  • Land: Italien

  • Region: Venetien

  • Gründung: traditionell 421 n. Chr.

  • UNESCO-Welterbe: Ja (seit 1987)

Geografie & Aufbau

  • Lage: Lagune der oberen Adria

  • Inseln: ca. 120

  • Kanäle: ca. 150

  • Brücken: über 400

  • Autoverkehr: Nicht vorhanden

  • Hauptverkehrswege: Wasser, zu Fuß, Vaporetto (wie ein Linienbus auf dem Wasser)

Bevölkerung & Nutzung

  • Einwohner (Altstadt): ca. 50.000

  • Einwohner (Gemeinde gesamt): ca. 260.000

  • Tagesbesucher: stark schwankend, oft deutlich höher als Einwohnerzahl

  • Charakter: Wohnstadt, Bühne, Museum, Alltag zugleich

Architektur & Materialität

  • Baustil: Byzantinisch, Gotisch, Renaissance, Barock

  • Baumaterialien: Ziegel, Naturstein, Holzpfähle im Untergrund

  • Farbpalette: Ocker, Patina, Salzwasser, Verfall mit Würde

  • Zustand: permanent zwischen Erhalt, Verfall und Restaurierung

Licht & Atmosphäre

  • Lichtcharakter:

    • weich, reflektiert, indirekt

    • stark beeinflusst durch Wasserflächen

  • Besondere Phänomene:

    • Morgennebel

    • Dunst

    • Spiegelungen

  • Beste Tageszeiten: früher Morgen, später Abend

  • Akustik: gedämpft, hallend, überraschend still

Klima

  • Klimazone: gemäßigt-mediterran

  • Sommer: warm bis heiß, hohe Luftfeuchtigkeit

  • Winter: kühl, oft neblig

  • Acqua alta: saisonale Überflutungen möglich (v. a. Herbst/Winter)

Fotografische Eigenschaften

  • Motivdichte: sehr hoch

  • Brennweiten-Eignung:

    • 24–35 mm: Stadt & Räume

    • 50 mm: Menschen & Details

    • 75 mm+: Verdichtung, Ruheinseln

  • Herausforderung: Trennung von Bild und Postkarte

  • Belohnung: Zeit, Geduld, Wiederkehr

Emotionale Wirkung

  • Grundstimmung: melancholisch, würdevoll, zeitlos

  • Tempo: verlangsamend

  • Wirkung auf Besucher:

    • Entschleunigung

    • Überforderung (in Hauptsaisonzeiten)

    • tiefe Verbundenheit oder bewusste Distanz

  • Langzeitwirkung: bleibt – auch ohne Bilder

Kulinarische Besonderheiten

  • Typische Küche: venezianisch, lagunenbasiert

  • Charakter: schlicht, ehrlich, regional

  • Bekannt für:

    • Cicchetti

    • Risotto al Nero di Seppia

    • Fisch & Meeresfrüchte

  • Esskultur: Stehen, Teilen, Wiederkommen

Besondere Merkmale

  • Stadt ohne Straßen, aber voller Wege

  • Schönheit ohne Erklärungspflicht

  • Ort, der mehr fordert als liefert

  • funktioniert nicht im Vorbeigehen

  • belohnt Wiederholung und Geduld


💎 Ist die Leica D-Lux 8 in unserer Jackentasche in Venedig nun die richtige Reisekamera? Ist Venedig das richtige Reiseziel zum Fotografieren? Schon die Ankunft war magisch! Nach einem tollen Flug mit der tollen und sehr italienisch anmutenden Crew der Air Dolomiti (LH Group) saßen wir nur wenige Minuten, nachdem wir unseren Koffer vom Band genommen haben in einem der legendären Wassertaxen: Der der stolze Kapitän steuerte sein wirklich atemberaubendes Riva-Luxus-Boot in der Dunkelheit quer durch die große Lagune schließlich immer enger werdende Kanäle bis vor unser Hotel. Ein so schönes Erlebnis, dass ich kein einziges Foto machte! In der Nacht haben wir uns über einen großen Schatten mitten in der Lagune gewundert, ohne weiter darüber nachzudenken. Erst am nächsten Morgen haben wir wirklich verstanden, was das genau war:

Wo die großen Kreuzfahrer (glücklicherweise!) nicht mehr einlaufen dürfen, lag ein riesiges Kriegsschiff der Marine. Schön zu sehen, wie entspannt die meisten Einheimischen diesen Besuch nahmen:

📷 Ist die Leica D-Lux 8 zu klein, um eine "echte Kamera" sein zu dürfen?


In diesem Zusammenhang kommt mir gleich einer der gewichtigsten Vorteile der D-Lux-Reihe als Reisekamera in den Sinn: Durch ihre Kompaktheit ist sie stolz und unauffällig zugleich. Menschen lassen sich nicht nur besser fotografieren, es geht einem viel leichter von der Hand, diese weniger bedrohlich wirkende Kamera auf Menschen zu richten. Sie fühlen sich meist nicht gestört und "leben einfach weiter" ihr Leben.



Ein weiterer Vorteil in diesem Zusammenhang: Man kann schöne Perpektiven "am langen Arm" umsetzen, in denen man den Menschen sehr nahe kommt, ohne sie dabei zu belästigen:


...und dennoch bekommt man meiner Meinung nach eine vollwertige Kamera. Zwar wurde ich auf dieser ja eigentlich klassischen Fotoreise hier und da erst belächelt, wenn sie ihre Stative aufbauten, während ich mein Stativchen aus der Jackentasche zog und auf ein Mäuerchen stellte, aber waren die Ergebnisse der D-Lux nicht schlechter als die der "großen Kaliber". Hier und da hatte ich sogar das Gefühl, mehr Nähe zugelassen zu haben als zuvor mit meinen größeren Kameras, ohne dass ich eine schlechtere Bildqualität in Kauf nehmen musste.




Wir sind unfassbar dankbar dafür, Venedig in dieser Jahreszeit so sommerlich erlebt zu haben, denn im Mai oder Juni, den am ehesten wettervergleichbaren Monaten, wird Venedig eher aus allen Nähten quillen, so voll wie es dann (so sagt man) ist. Die Stadt war gut zu uns, nie zu voll und nur selten (auf eine angenehme Art) einsam. La dolce vita war Teil unserer Zeit und ich konnte mich noch mehr dennje mit der kleinen D-Lux in der Hand in die Momente fallenlassen. Ganz sicher: Wir kommen wieder nach Venedig - werden uns dann aber mühen müssen ohne die Erwartungen zu kommen, die dieser Trip vorgegeben hat. Vermutlich werde ich dann ohne die kleine D-Lux kommen, denn dieser Tage besitze ich sie nicht mehr. Inzwischen bin ich (nach einem Umweg über die Leica SL2s, werde noch davon berichten) bei der Leica M10 gelandet. Wäre ich aber ein reicher Mann, hätte ich die kleine Lady sicher nicht abgegeben! Sie ist aus meiner eine klare Empfehlung! Nun lege ich noch die restlichen Venedig-Momente hier auf den Tisch, bevor ich Dir einen schönen Abend wünsche:





Crop daraus:








Danke für Deine Aufmerksamkeit! Ich freue mich für Dich, wenn Du Dir für diese Kamera oder diese Stadt entscheidest, denn dann wirst Du eine gute Zeit haben denke ich,... :) Auf bald! Falk

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page